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Samstag, 25. Oktober 2014

1 Kind in der Schule, 1 Kind im Kiga - Vollstress an der Orgafront

Es mag an der Jahreszeit liegen. St Martin vor der Tür, Weihnachten nicht mehr weit, aber in jedem Fall habe ich gerade das Gefühl, nicht mehr mitzukommen. Vorgestern habe ich des Sohnes Klassenraum geputzt (im Verbund mit 5 anderen Mamas), gestern war ich Laternen basteln in der Schule (ebenfalls mit 5 anderen Mamas), nicht ohne eine Kuchenspende für den Tag der offenen Tür unter dem Arm, natürlich. Eben habe ich Muffins gebacken, für den Kennenlernnachmittag der Schulklasse, der heute Nachmittag statt findet. Heute Vormittag war ich zum Elterngespräch bzgl. des kleinen Mädchens im Kindergarten. Nächste Woche haben wir Kindergartenvorstandstreff und feierliche Einweihung unseres Neubaus im Kiga. In der Martinswoche habe ich zwei Laternenumzüge zu begehen und eine Laternenausstellung zu besuchen. Für die Beköstigung bei der Laternenausstellung braucht es natürlich noch freiwillige Helfer. Aber angesichts der Tatsache, dass ich für jede Aktion, bei der ich vernünftig helfen möchte, auch noch eine Babysitterin bezahlen muss, werde ich für dieses Mal die Segel streichen. Ich hab keine Ahnung, wie das werden soll, wenn Kind 1 auf der weiterführenden, Kind 2 auf der Grundschule und Kind 3 im Kindergarten sein wird. Ganz zu schweigen davon, nebenbei auch ggf noch einen Job ausüben zu wollen.....

Dienstag, 23. September 2014

Schulkind in the house

Ja, es ist tatsächlich wahr- wir haben ein Schulkind und bewegen uns mit Siebenmeilenstiefeln auf die ersten Herbstferien vor. Manchmal muss ich mich ein bisschen schütteln, um zu begreifen, was bei uns wieder alles passiert ist in den letzten Monaten. Mein Großer hat einfach mal so seine Kleinkindzeit hinter sich gelassen. Die widerstreitenden Gefühle, die man als Mama am Tag der Einschulung hat, sind hinreichend bekannt. Stolz natürlich in allererster Linie, "Was, so ein großes wunderschönes Kind habe ich schon"?, aber auch Wehmut und ein kleines bisschen Sorge, ob es sich zurecht findet (na klar), ob auch alle immer lieb zu ihm sein werden (wohl kaum) und ob das Lernen klappen wird (warten wir´s ab).

In jedem Fall hatte der große Sohn einen guten Start. Zwar ist er nicht mit sämtlichen Freunden in eine Klasse gekommen, dafür haben wir eine sehr kleine Klassengemeinschaft (18 Kinder) und eine Lehrerin der der extrem gute Ruf vorauseilt. Man muss sich ja immer selbst ein Bild machen, aber auf mich wirkt sie ehrlich gesagt auch ein bisschen wie ein Sechser im Lotto. Und L´s Freunde gehen auch nicht verloren, spätestens in der OGATA werden die gleichen AGs gewählt (Fußball, Handball, Abenteuer Sporthalle - haha. Nix mit Theater oder Werken oder Forschen....) und beim Mittagessen nebeneinander gesessen. L. war bereits in den letzten zwei Ferienwochen in der Ferienbetreuung der OGATA und das würde ich auf jeden Fall immer wieder so machen, denn so kannte er schon die Örtlichkeiten dort, die Betreuer und auch einige Kinder, auch ältere. Er hat sich dort prima integriert und wohl gefühlt. Und so war dann die Schule am ersten Tag nicht mehr ganz so neu und unbekannt.

Nun latschen wir also Tag für Tag um halb acht den Hügel unseres Käffchens zur Grundschule hoch, in einem Pulk von Schülern und Eltern, und ich bin irgendwie echt froh, in Elternzeit zu sein und das Söhnchen noch begleiten zu können. Nein, nötig ist das nicht, er kennt den Weg inzwischen und hat eine nette Laufgemeinschaft. Aber irgendwie ist es auch schön, als Eltern hinterher zu trotten und auf die Reihe von händchenhaltenden Erstklässler zu schauen. Also, Händchen halten nur die Mädels. Die Jungs sind viel zu cool dazu, ist klar, oder? Letzte Woche war ich bereits "Lesemutter", mit zwei anderen Mamas aus meiner Klasse wurden uns je im Zehnminutentakt Schüler zugewiesen, mit denen wir 1:1 kleine Aufgaben lösen sollten (Anlaute hören, Buchstaben schreiben etc). Die Bandbreite war extrem- einige Kinder konnten schon lesen, andere schafften drei Aufgaben in zehn Minuten, wieder andere nur eine. Ich ziehe den Hut vor allen Lehrern, die den Ausgleich und die vernünftige Vermittlung von Stoff an alle Kinder hinbekommen. Denn klar machen muss man sich natürlich, dass wir hier unter einer ziemlichen Käseglocke leben, wo fast alle Kinder Akademikereltern haben und es zum Beispiel (ernsthafte) Sprachprobleme in der ersten Klasse kaum gibt. Also, nicht, dass Akademikereltern nicht auch Kinder mit Sprachproblemen haben könnten. Aber hier wird mächtig "gehelicoptert", sollten Probleme da sein, werden Logopäden oder Ergotherapeuten zur rechten Zeit eingschaltet. Ja, so sollte das überall sein, ist es aber nun mal nicht. Wenn hier schon eine solche Leistungsbandbreite existiert, wie mag das erst anderswo sein?

Was den großen Sohn betrifft, habe ich das Gefühl, dass er die Schule derzeit eher als nebensächlich betrachtet. Also quasi als ein Muss, das man eben abhaken muss. Die OGATA und die AGs dort haben auf jeden Fall größeren Stellenwert. Insgesamt ist er schwer damit beschäftigt zu networken. Er war ja bereits im Kindergarten ein Kind, das - zumindest seit wir aus NY zurück waren- sehr breit aufgestellt war und mit jedermann auskam. Spielen und Freundschaften pflegen hat bei ihm große Priorität. Wie sagte einmal unsere Kindergartenleitung lachend, als ich etwas bedröppelt neben zwei Mamas stand, deren Kinder angeblich schon die Uhr lasen/im Zahlenraum bis hundert rechneten - "aber mit Deinem wollen alle spielen."Ja, das ist auch eine Qualität. Was das Lernen betrifft, lasse ich das Kind erst einmal laufen und harre der Dinge , die da kommen (habe aber auch natürlich nicht das Gefühl, dass alles aus dem Ruder läuft und er gar nicht mitkommt). Aber es ist schön zu sehen, dass er sich gut integriert und weitere Freundschaften findet, das ist für den Anfang schon mal eine tolle Leistung.


Montag, 17. Februar 2014

School is calling


Wer unsere Geschichte schon länger verfolgt, weiß ja bereits, dass wir unser eigentlich letztes Jahr noch soeben schulpflichtiges Endseptemberkind vom Schulbesuch haben zurückstellen lassen.

Nach wie vor und mehr denn je bin ich sicher, dass dies für unser Kind eine gute Entscheidung war. Bei den mir bekannten Erstklässlern, gerade den jüngsten unter ihnen, ist selten eitel Sonnenschein in Bezug auf den Schulanfang gewesen. Die Umgewöhnung - eben noch Kindergartenkind mit vielen Freiheiten, nun Schulkind mit vielen Verpflichtungen- ist eben doch groß. Es werden mannigfaltige Fähigkeiten von den Erstklässslern erwartet, die Eingewöhnung in einem ganz neuen Umfeld und einer neuen Gruppe, das Stillsitzen, das Sich-Selbst-Organisieren, Zuhören, vor anderen laut sprechen, Aufgaben lösen, Hausaufgaben erledigen und noch so vieles mehr. Die Umgewöhnung wird natürlich in diesem Jahr bei unserem Sohn nach wie vor groß sein. Dennoch denke ich beurteilen zu können, dass er diese nun mit unserer Unterstützung gut bewältigen wird können. Einerseits hat er im letzten Jahr so diverse Dinge wie Fahrradfahren, Schwimmen, Schleife binden ... gelernt, und zwar ziemlich ohne Druck, weil einfach jetzt die Zeit reif dafür war. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass solcherlei Fähigkeiten Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Schulbesuch sind, es sind eher "Indizien" für mich. So, wie auch die Fähigkeit, sich ohne Hilfe eines Erwachsenen einer Aufgabe zu stellen (zB  ein Legoteil mit Hilfe der Anleitung zusammenzubauen und diesen Aufbau auch zuende zu bringen, auch wenn es nicht immer sofort fluppt). Viel wichtiger noch ist allerdings aus meiner Sicht seine Einstellung zum Schulbesuch. Letztes Jahr kam er eben aus NY zurück und war gerade dabei, sich wieder in seinem "neuen alten" Alltag zu sortieren, als das Schulthema mit Macht auf ihn zukam. Es hat ihn sichtlich überfordert und wie so vieles, was ihn überfordert, zurückschrecken lassen. Jetzt hatte er ein Jahr Zeit, in die Rolle des Vorschulkindes hineinzuwachsen, und nun verspüre ich bei ihm auch eine gewisse Neugierde auf die Schule und Stolz auf alles, was damit zu tun hat, ein Vorschulkind zu sein. Außerdem ist das Kind in einem Jahr sage und schreibe 5cm gewachsen und ist jetzt auch optisch ein richtiges "Kind", kein Kleinkind mehr. Und die Zahnfee war bei uns Dauergast und hat uns zunächst den süßesten zahnlosen kleinen Bengel und nachfolgend einen mit ziemlich lustigen "Riesenhauern" im Mund beschert. Auch körperlich hat das Söhnchen also einen Riesensprung hingelegt.

Ich bin jedenfalls in "dieser Runde" mit einem völlig anderen Bauchgefühl mit dem Söhnchen zur Schulanmeldung und zum Schularztbesuch gedackelt. Und es hat sich auch bestätigt, dass er die an ihn herangetragenen Aufgaben ganz anders wahrgenommen und erledigt hat. Schüchtern wird er anfangs gegenüber Fremden wohl immer sein. Ich denke, wir müssen uns darauf einstellen, dass er die erste Zeit in einem fremden Umfeld möglichst im Hintergrund bleiben wird, dass es vielleicht dem zufolge in den ersten Wochen für ihn eher schwer wird. Das ist aber nun einmal sein Naturell, was sich auch dann nicht ändern würde, wenn ich ihn erst mit 10 zur Schule schicken würde. Da muss er durch- und wir auch.

Ich hoffe nur, dass die Ankunft des Maiminis L. nicht zu sehr durcheinanderwirbelt, und den Rest der Familie auch nicht. Dass wir hoffentlich im August, wenn die Schule los geht, einigermaßen neu sortiert sind. Aber eigentlich bin ich da ganz zuversichtlich. Wir kennen solche unruhigen Familienzeiten ja nun schon und ich bin jedenfalls fest entschlossen, mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

Natürlich hoffe ich auch, dass wir ein bisschen Glück mit der Klassenzusammensetzung und dem Lehrer/der Lehrerin haben werden. Aus eigener leidvoller Grundschulerfahrung weiß ich genau, wie wichtig es ist, dass der Klassenlehrer "passt". Aber Glück gehört eben immer ein bisschen dazu. Und da ich in diesem Bereich nun einmal keinen Einfluss nehmen kann, vertraue ich eben einfach mal auf dieses.

Absolut verblüffend jedenfalls -wie immer im Nachhinein-, wie schnell das letzte Jahr verflogen ist und wie -bumms- das Thema Schule auf einmal wieder aktuell wird. Die Zusage der Schule flattert ins Haus, die ersten Kinder haben schon ihre Schulranzen ausgesucht, der Termin für das gemeinsame Schultütenbasteln wurde bekannt gegeben. Ein bissschen Zeit haben wir ja noch, bevor der erste große Einschnitt im Kinderleben des Söhnchens bevorsteht, und das ist auch gut so, denn so sehr ich mich auch beim Gedanken an die Einschulung und die Cupcakes, die ich zu diesem Anlass backen werde, freue, so schnell schießen mir auch Tränen in die Augen, wenn ich daran denke, wie mein kleiner Sohn auf einmal ganz schnell groß wird......

Schnief. Alles nur Hormone, klar, oder?

Emi